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First third is over...

Hallo ihr Lieben,

das erst Drittel neigt sich langsam dem Ende zu und im Fernsehen laufen schon Weihnachtslieder. Auch vor der Haustür macht sich der Winter bemerkbar, denn seit drei Tagen schneit es in Traverse City. Zunächst blieb der Schnee noch nicht liegen, aber seit gestern sind die Rasenflaechen nur noch schwer zu erkennen und fuer die große Pause wurden Skihosen und Stiefel angezogen.  

Letzte Woche hatte ich nur von Dienstag bis Donnerstag Schule, sodass ich viele Sportveranstaltungen besucht habe und auch mit meiner Familie und ein Paar Freunden telefonieren konnte. Diese Woche herrschte dann wieder normaler Schulalltag, wobei es für mich ein Paar Planänderungen gab Aber beginnen wir am Anfang:
 
Letzte Woche Montag und Dienstag arbeitete ich ein bisschen an meinem Paper für die Uni und plante mit Tammy die Schulwoche. Durch die zwei fehlenden Tage wurde nicht nach dem regulären Plan unterrichtet und wir suchten nach Alternativen. Auch meine Deutschstunde fand einen Platz, sodass ich Donnerstag erneut Erfahrungen vor einer 1. Klasse sammeln konnte. Man muss sich ganz schön umstellen, da die Kinder ja noch nicht richtig schreiben können, aber alle machten gut mit und fragten wann die nächste Stunde stattfinden würde. Beim Elternsprechtag erzählten daraufhin viele Eltern, dass ihre Kinder viel von "Ron" erzählen würden und viele meine Deutscharbeitsblätter ins Zimmer gehängt hätten. Außerdem hatten viele Eltern gegooglet was eigentlich "Danke" bedeutet, da die Kinder es zu Hause statt "Thank you" benutzen würden. Mich hat es ganz schön gefreut, dass alle so enthusiastisch der deutschen Sprache gegenüber sind und ich immer häufiger um Hilfe bei Fragen gebeten werde.
Freitag Abend war dann Volleyball angesagt. Wir fuhren bis nach Johannesburg-Lewiston, was sich in der Nähe von Gaylord (ja, so heißt diese Stadt wirklich ) befindet. Das Spiel fiel relativ eindeutig 3:0 in Sätzen aus, sodass die LadyGlads eine Runde weiter kamen. Am folgenden Tag ging es dann nach Suttons Bay. Dort spielte unser Football-Team gegen die heimischen Norsemen. Hier war das Ergebnis zwar nicht so deutlich, aber dennoch gewannen die Gladiators und kamen in die nächste Runde. Es war wirklich eiskalt auf dem Feld, sodass ich für mich entschied, dass das mein letztes Footballspiel in diesem Jahr war. Sonntag gingen Megan, James und ich ins Kino. Unsere vorherigen Pläne waren durchs Wetter, Hausaufgaben oder Training immer durchkreuzt worden und so schafften wir es erst am Sonntag in den Film "The Maze Runner". Wer "die Tribute von Panem" kennt und mag, dem wird dieser Film mit Sicherheit auch gefallen. Spannend, gruselig und ohne schnmalzige Momente Nachdem wir dann mit der gesamten Familie Chili und Cornbread gegessen hatten, spielten wir ein Spiel, welches ähnliche Regeln wie Tabu hat und zum Ziel hat möglichst schnell viele Begriffe zu erklären. Es entpuppte sich zu einem sehr intensivem Spiel, da wir alle vom Wettbewerbseifer gepackt wurden und das andere Team nicht gewinnen lassen wollten. Da sich natürlich alles auf Englisch abspielte, wurde es besonders lustig, wenn ich unter Zeitdruck Wörter falsch in den Kontext einordnete und mein Team dadurch manchmal ein bisschen verwirrte.
 
Diesen Montag passierte im Verlgleich zu den anderen Tagen nicht viel. Schule, Abendessen und Joggen standen für mich auf dem Plan. Dienstag hingegen war weniger entspannt. Zunächst fuhr ich Tammy zur Schule und wir stellten fest, dass wir vergessen hatten für das Volleyballteam Kekse zu backen. Daraufhin fuhr ich zurück und backte fast vier Stunden lang Kekse für den Nachmittag Ich genoss den Vorteil, dass auch diese Stunden als "Arbeitsstunden" für mein Praktikum gewertet werden und fuhr danach entspannt um halb 11 in die Schule zurück. Um 12 Uhr stieg ich dann zurück ins Auto und fuhr quer durch Traverse Citiy um Sandwiches für das Team bei "Jimmy Johns" abzuholen. Leider hatte Karen - eine Mutter von Megans Freunden - vergessen die Sandwiches zu bezahlen. Also stand ich im Laden und musste erklären, warum ich nicht die Rechnung von 120 Dollar vor Ort bezahlen könne und auch kein Handy zum anrufen hätte. Die Kassiererin sagte mit einem Lächeln, dass das ja gar kein Problem sei und sie mir ihre Telefonnummer aufschreiben würde, welche ich einfach an Karen geben solle, sodass Karen die Rechnung später begleichen könne. Danach wurden mir die Sandwiches bis ins Auto getragen und mir wurde noch ein Kaffee für den Weg gegeben, da es draußen schliesslich so kalt sei. Ganz schön verrückt, da ich so etwas in Deutschland noch nie erlebt habe... Am Mittag musste Jean - eine Kollegin aus der 1. Klasse - ihre Mutter zum Arzt fahren und ich wurde vom Sekreteriat gebeten als Vertretungslehrerin den Schulstoff für den Nachmittag zu unterrichten. Erst war ich ein bisschen nervös, da ich noch nie 2 1/2 Stunden vor einer Klasse stand und zudem ohne Aufsichtsperson für alles verantwortlich war. Es klappte aber alles ohne Vorfälle und am Ende kam ich nicht ohne das Versprechen nach Hause noch einmal an einem anderen Tag in die Klasse zurückzukommen. Meine Kekse schienen dem Team am Nachmittag viel Glück zu bringen, da auch das Spiel erfolgreich abgeschlossen wurde.
Mittwoch ging es deswegen erneut in die Keksproduktion. Es sollte "Sugarcookies" geben. Nach einem der Kekse war meine Tagesdosis an Zucker fast überschritten, aber ihr müsst zugeben, dass das Ergebnis schon nicht schlecht aussah, oder?
 
Mittwoch Mittag passierte außerdem etwas, von dem man sich als Aufsichtsperson von Kindern immer wünscht, dass es nicht eintritt. Die Schule war gerade zu Ende und ich packte meinen Rucksack um nach Hause zu fahren. Auf der Suche nach Tammy kam ich an dem Raum der Übermittagsbetreuung vorbei und sah, dass sich ein Kind mit knallrotem Kopf auf den Tisch stütze und nach Luft rang. Ein Mädchen, welches wohl gerade Aufsicht führte, stand hinter dem Jungen und versuchte erfolglos den Heimlich-Handgriff auszuführen und fragte mich entsetzt, ob ich wisse wie das ginge. Da mein erste Hilfe Kurs zum Glück noch nicht so lange zurückliegt, ging ich in den Raum, schickte ein Kind ins Sekreteriat um Hilfe zu holen und versuchte zu erfahren woran der Junge sich verschluckt hatte. Da mir keiner eine Antowort darauf geben konnte und ein Haufen Legosteine auf dem Tisch lag, wies ich den Jungen an ruhig zu atmen, die Hände in die Luft zu strecken und gab ihm ein Paar sanfte Schläge auf den Rücken, worauf hin der sich im hohen Bogen auf die Legosteine übergab und eine Runde Kugel aus seinem Hals beförderte. Danach konnte er zum Glück wieder atmen und ich empfing schweißgebadet unsere Sekretärin und Direktorin. Beide bedankten sich dutzende Male bei mir und ich half anschließend noch beim Saubermachen. Für mich steht fest, dass ich den Erste Hilfe Kurs in jedem Fall auffrischen werde, da man in solchen Situationen immer gut vorbereitet sein sollte.
Donnerstag stand das nächste Volleyballspiel auf dem Kalender. Leider verpasste ich dieses, da ich mittags krank nach Hause geschickt wurde. Im Moment kursiert hier die Grippe und bei den vielen kleinen Kindern bleibt es natürlich nicht aus, dass man angehustet wird. Freitag verbrachte ich komplett im Bett und widmete mich einer Serie, die mir meine liebe Schwester empfohlen hatte. Modern Family bescherte mir einen kurzweiligen Freitag und trug wohl auch zu meiner Genesung bei, da ich mich heute zum Glück wieder fit fühle. 
Sadie hielt mich heute morgen schon auf Trapp, da jemand die Zeitung auf der Couch liegen gelassen hatte und sie die Gelegenheit natürlich voll ausnutzte:
 
Mit Geburtstagsgrüßen an meine Oma verabschiede ich mich nun und wünsche euch ein schönes Wochenende!!
Ronja
 
15.11.14 16:19
 


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