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Guten Morgen

Leider habe ich es nicht eher geschafft mich zu melden, da die vergangenen Wochen einfach unglaublich stressig waren. Nun am Nikolausmorgen habe ich endlich Zeit von neuen Ereignissen zu berichten. Ersteinmal natürlich fröhliche Nikolausgrüße aus einem ausnahmsweise schneefreien Traverse City! Ich hoffe, eure Stiefel waren heute morgen alle gefüllt und ihr habt diesen Tag genossen. Für mich begann der Tag mit dem Öffnen meiner Adventskalender - an dieser Stelle ein besonderes Dankeschön an Conni und meine Schwester! - eure Pakete wurden von mir mit Freude geöffnet und ich war gerührt, dass selbst die 6.446,42 km Luftlinie eure Weihachtsgrüße nicht verhindern konnten.

Seit meinem letzten Eintrag ist viel passiert, sodass ich hoffentlich die wichtigsten Geschehnisse für euch zusammenfassen kann. In der Schule habe ich nun immer mehr Aufgaben und Verantwortung. Die meiste Zeit arbeite ich mit Tammy in einem Raum. Trotzdem durfte ich verschiedene Klassen auch schon komplett allein unterrichten und musste die Kinder am Ende des Tages zur "Carline" bringen. Das heißt 18 Erstklässler dazu beordern ihre Rucksäcke zu packen und sich die Skisachen anzuziehen. Immer wieder ein Abenteuer, aber bis jetzt hat es immer gut geklappt. Ein Paar Eindrücke aus dem Klassenzimmer findet ihr hier:

 

Das untere Bild stammt von unserer Thanksgiving Woche (falls sich jemand über die lustigen Hüte der Kinder wundert). Wir bastelten Pilgerhüte, da Thanksgiving ja hauptsächlich für das Bündnis der ersten amerikanischen Einwanderer mit den Einheimischen gefeiert wird. Mittlerweile werde ich immer in den Schulgängen von Kindern gegrüßt und mit einem freudigen "I love you Miss Ronja" umarmt. Ich bin wirklich überrascht, wie viele mich mittlerweile kennen und wie viele Namen ich in den letzten Wochen gelernt habe! 

Nach der Thanksgiving-Vorbereitungswoche kamen auch endlich meine ersten Ferien. Von Dienstag bis Sonntag hatte ich schulfrei und feierte mein erstes richtiges Thanksgiving Fest. Es gab unglaublich viel zu essen und wir hatten über 20 Leute zu Besuch. Überraschenderweise war es nicht so stressig wie erwartet.  Kelsey, Aunt Barb, Connor, Evan, Sadie und ich starteten in den Tag mit einem 5km Charity-Lauf im Schnee. -5 Grad Aussentemperatur ließen mich vor dem Start ganz schön zittern und Sadie wurde nach 4 km auch deutlich langsamer... Dennoch erreichten wir alle auf Platz 18 das Ziel. Die Läufer mit Hund wurden nämlich getrennt gewertet. Von gut 100 Läufern ein sehr gutes Ergebnis. Am Ende war ich aber doch froh mit Kelsey im Ziel zu stehen!

Nach dem Rennen wurde dann ausgiebig geschlemmt und ich sah die komplette Familie wieder. Es gab Turkey, Stampfkartoffeln, viele Brötchen, Salat, Nachtische und natürlich Pie. Am Nachmittag hatte ich das Gefühl zu platzen, aber der Tag war noch lange nicht vorbei, da Black Friday Shopping angesangt war. Bevor ich davon erzähle, gibt es erstmal ein paar Fotos von der Feier:

Black Friday ist eines der größten Shoppingevents des Jahres. Alles Geschäfte machen schon Wochen vorher Werbung für Rabattaktionen und viele Amerikaner kaufen die Weihnachtsgeschenke an diesem Tag, da die Produkte einfach teilweise bis zu 75% günstiger sind. Natürlich wollten wir uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen und da es zu vollen "american experience" gehört am Black Friday um 0 Uhr vor der Ladentür zu stehen, machten wir uns auch auf den Weg in die Mall. Warum manche Läden das komplette Sortiment so günstig an diesem Tag verkaufen können, konnte ich leider nicht herausfinden. Dennoch war mein Geldbeutel um einiges leichter, als ich an diesem Abend ins Bett ging

In den Ferien kamen natürlich auch viele meiner Freunde nach Hause, sodass wir viel unternahmen. Das beste waren die 20 Minuten Lasertag, welche wir Dank Black Friday und Facebook kostenlos spielen konnten. Im Dunkeln mit einer Weste und Laserwaffe durch einen Raum zu laufen und in verschiedenen Teams möglichst viele Leute abzuschiessen, erinnerte mich ein bisschen an die Nächte mit Videospielen bei Kenkel im Keller :D Mein Team verlor leider knapp, aber dennoch hatten alle eine Menge Spaß!

Diese Woche war ich dann zum ersten Mal in der Hih School unterwegs. 7 Stunden Religion pro Tag waren schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber es war trotzdem spannend mal mit älteren Schülern zu tun zu haben und einen Einblick in den High School Alltag zu bekommen. In der nächsten Woche werde ich noch ein Paar Tage in anderen Räumen verbringen, aber da ich in der Grundschule einfach viel aktiver mithelfen kann, werde ich denke ich auch Ende nächster Woche meine letzten Praktikumstage dort verbingen. 

Gestern konnte ich durch Lehrermangel auch im Kindergarten ein paar Erfahrungen sammeln. 45 Minuten fragten mich kleine Mädchen und Jungen im Alter von 3-5, ob ich sie "Really high into the sky" auf der Schaukel anschubsen könne. Natürlich konnte ich nicht nein sagen und habe heute leichten Muskelkater in den Armen Eines der Kinder erzählte mir auf dem Weg zur Toilette, dass er ja zu Hause feuchtes Toilettenpapier für große Geschäfte hätte und er dieses auch gerne in der Schule haben würde - schön, wenn Kinder so ungefiltert reden können und einen fragen warum man bei solchen Äußerungen anfängt zu lachen.  Kindergarten ist nach meinen gestrigen Erfahrungen auf jeden Fall keine Option für mich. Auch wenn es schön ist mal einen Einblick in den Alltag eines Kindergartenlehrers zu bekommen, könnte ich mich dort nicht länger als einen Nachmittag sehen

Ansonsten hat hier die Basketballsaison nun begonnen. Ein Spiel lang habe ich Megan schon angefeuert. Das Team scheint gute Chancen zu haben, da sie auch gestern Abend wieder gewonnen haben. Ich hoffe, dass sie weiterhin erfolgreich bleiben!

Da ich noch im Schlafanzug bin, sollte ich nun mal Schluss machen und mich anziehen... Schliesslich ist samstags immer die Chance ein paar Stunden mit der Familie zu verbringen, da unter der Woche immer so viel passiert und alle beschäftigt sind... Bevor ich es vergesse - hier noch ein typisches amerikanisches Weihnachtsfoto, damit ihr auch alle in Stimmung kurz vor dem 2. Advent kommt:


Ganz liebe Grüße,

Ron

6.12.14 18:07


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First third is over...

Hallo ihr Lieben,

das erst Drittel neigt sich langsam dem Ende zu und im Fernsehen laufen schon Weihnachtslieder. Auch vor der Haustür macht sich der Winter bemerkbar, denn seit drei Tagen schneit es in Traverse City. Zunächst blieb der Schnee noch nicht liegen, aber seit gestern sind die Rasenflaechen nur noch schwer zu erkennen und fuer die große Pause wurden Skihosen und Stiefel angezogen.  

Letzte Woche hatte ich nur von Dienstag bis Donnerstag Schule, sodass ich viele Sportveranstaltungen besucht habe und auch mit meiner Familie und ein Paar Freunden telefonieren konnte. Diese Woche herrschte dann wieder normaler Schulalltag, wobei es für mich ein Paar Planänderungen gab Aber beginnen wir am Anfang:
 
Letzte Woche Montag und Dienstag arbeitete ich ein bisschen an meinem Paper für die Uni und plante mit Tammy die Schulwoche. Durch die zwei fehlenden Tage wurde nicht nach dem regulären Plan unterrichtet und wir suchten nach Alternativen. Auch meine Deutschstunde fand einen Platz, sodass ich Donnerstag erneut Erfahrungen vor einer 1. Klasse sammeln konnte. Man muss sich ganz schön umstellen, da die Kinder ja noch nicht richtig schreiben können, aber alle machten gut mit und fragten wann die nächste Stunde stattfinden würde. Beim Elternsprechtag erzählten daraufhin viele Eltern, dass ihre Kinder viel von "Ron" erzählen würden und viele meine Deutscharbeitsblätter ins Zimmer gehängt hätten. Außerdem hatten viele Eltern gegooglet was eigentlich "Danke" bedeutet, da die Kinder es zu Hause statt "Thank you" benutzen würden. Mich hat es ganz schön gefreut, dass alle so enthusiastisch der deutschen Sprache gegenüber sind und ich immer häufiger um Hilfe bei Fragen gebeten werde.
Freitag Abend war dann Volleyball angesagt. Wir fuhren bis nach Johannesburg-Lewiston, was sich in der Nähe von Gaylord (ja, so heißt diese Stadt wirklich ) befindet. Das Spiel fiel relativ eindeutig 3:0 in Sätzen aus, sodass die LadyGlads eine Runde weiter kamen. Am folgenden Tag ging es dann nach Suttons Bay. Dort spielte unser Football-Team gegen die heimischen Norsemen. Hier war das Ergebnis zwar nicht so deutlich, aber dennoch gewannen die Gladiators und kamen in die nächste Runde. Es war wirklich eiskalt auf dem Feld, sodass ich für mich entschied, dass das mein letztes Footballspiel in diesem Jahr war. Sonntag gingen Megan, James und ich ins Kino. Unsere vorherigen Pläne waren durchs Wetter, Hausaufgaben oder Training immer durchkreuzt worden und so schafften wir es erst am Sonntag in den Film "The Maze Runner". Wer "die Tribute von Panem" kennt und mag, dem wird dieser Film mit Sicherheit auch gefallen. Spannend, gruselig und ohne schnmalzige Momente Nachdem wir dann mit der gesamten Familie Chili und Cornbread gegessen hatten, spielten wir ein Spiel, welches ähnliche Regeln wie Tabu hat und zum Ziel hat möglichst schnell viele Begriffe zu erklären. Es entpuppte sich zu einem sehr intensivem Spiel, da wir alle vom Wettbewerbseifer gepackt wurden und das andere Team nicht gewinnen lassen wollten. Da sich natürlich alles auf Englisch abspielte, wurde es besonders lustig, wenn ich unter Zeitdruck Wörter falsch in den Kontext einordnete und mein Team dadurch manchmal ein bisschen verwirrte.
 
Diesen Montag passierte im Verlgleich zu den anderen Tagen nicht viel. Schule, Abendessen und Joggen standen für mich auf dem Plan. Dienstag hingegen war weniger entspannt. Zunächst fuhr ich Tammy zur Schule und wir stellten fest, dass wir vergessen hatten für das Volleyballteam Kekse zu backen. Daraufhin fuhr ich zurück und backte fast vier Stunden lang Kekse für den Nachmittag Ich genoss den Vorteil, dass auch diese Stunden als "Arbeitsstunden" für mein Praktikum gewertet werden und fuhr danach entspannt um halb 11 in die Schule zurück. Um 12 Uhr stieg ich dann zurück ins Auto und fuhr quer durch Traverse Citiy um Sandwiches für das Team bei "Jimmy Johns" abzuholen. Leider hatte Karen - eine Mutter von Megans Freunden - vergessen die Sandwiches zu bezahlen. Also stand ich im Laden und musste erklären, warum ich nicht die Rechnung von 120 Dollar vor Ort bezahlen könne und auch kein Handy zum anrufen hätte. Die Kassiererin sagte mit einem Lächeln, dass das ja gar kein Problem sei und sie mir ihre Telefonnummer aufschreiben würde, welche ich einfach an Karen geben solle, sodass Karen die Rechnung später begleichen könne. Danach wurden mir die Sandwiches bis ins Auto getragen und mir wurde noch ein Kaffee für den Weg gegeben, da es draußen schliesslich so kalt sei. Ganz schön verrückt, da ich so etwas in Deutschland noch nie erlebt habe... Am Mittag musste Jean - eine Kollegin aus der 1. Klasse - ihre Mutter zum Arzt fahren und ich wurde vom Sekreteriat gebeten als Vertretungslehrerin den Schulstoff für den Nachmittag zu unterrichten. Erst war ich ein bisschen nervös, da ich noch nie 2 1/2 Stunden vor einer Klasse stand und zudem ohne Aufsichtsperson für alles verantwortlich war. Es klappte aber alles ohne Vorfälle und am Ende kam ich nicht ohne das Versprechen nach Hause noch einmal an einem anderen Tag in die Klasse zurückzukommen. Meine Kekse schienen dem Team am Nachmittag viel Glück zu bringen, da auch das Spiel erfolgreich abgeschlossen wurde.
Mittwoch ging es deswegen erneut in die Keksproduktion. Es sollte "Sugarcookies" geben. Nach einem der Kekse war meine Tagesdosis an Zucker fast überschritten, aber ihr müsst zugeben, dass das Ergebnis schon nicht schlecht aussah, oder?
 
Mittwoch Mittag passierte außerdem etwas, von dem man sich als Aufsichtsperson von Kindern immer wünscht, dass es nicht eintritt. Die Schule war gerade zu Ende und ich packte meinen Rucksack um nach Hause zu fahren. Auf der Suche nach Tammy kam ich an dem Raum der Übermittagsbetreuung vorbei und sah, dass sich ein Kind mit knallrotem Kopf auf den Tisch stütze und nach Luft rang. Ein Mädchen, welches wohl gerade Aufsicht führte, stand hinter dem Jungen und versuchte erfolglos den Heimlich-Handgriff auszuführen und fragte mich entsetzt, ob ich wisse wie das ginge. Da mein erste Hilfe Kurs zum Glück noch nicht so lange zurückliegt, ging ich in den Raum, schickte ein Kind ins Sekreteriat um Hilfe zu holen und versuchte zu erfahren woran der Junge sich verschluckt hatte. Da mir keiner eine Antowort darauf geben konnte und ein Haufen Legosteine auf dem Tisch lag, wies ich den Jungen an ruhig zu atmen, die Hände in die Luft zu strecken und gab ihm ein Paar sanfte Schläge auf den Rücken, worauf hin der sich im hohen Bogen auf die Legosteine übergab und eine Runde Kugel aus seinem Hals beförderte. Danach konnte er zum Glück wieder atmen und ich empfing schweißgebadet unsere Sekretärin und Direktorin. Beide bedankten sich dutzende Male bei mir und ich half anschließend noch beim Saubermachen. Für mich steht fest, dass ich den Erste Hilfe Kurs in jedem Fall auffrischen werde, da man in solchen Situationen immer gut vorbereitet sein sollte.
Donnerstag stand das nächste Volleyballspiel auf dem Kalender. Leider verpasste ich dieses, da ich mittags krank nach Hause geschickt wurde. Im Moment kursiert hier die Grippe und bei den vielen kleinen Kindern bleibt es natürlich nicht aus, dass man angehustet wird. Freitag verbrachte ich komplett im Bett und widmete mich einer Serie, die mir meine liebe Schwester empfohlen hatte. Modern Family bescherte mir einen kurzweiligen Freitag und trug wohl auch zu meiner Genesung bei, da ich mich heute zum Glück wieder fit fühle. 
Sadie hielt mich heute morgen schon auf Trapp, da jemand die Zeitung auf der Couch liegen gelassen hatte und sie die Gelegenheit natürlich voll ausnutzte:
 
Mit Geburtstagsgrüßen an meine Oma verabschiede ich mich nun und wünsche euch ein schönes Wochenende!!
Ronja
 
15.11.14 16:19


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